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Das Gässlesrap-Kollektiv - schwäbischer Rap auf feinsten Oldschool-Beats

Straight outta Schwobaländle kommt das Gässlesrap-Kollektiv ums Eck' und zeigt der Deutschrap-Szene wo dr Vaddr da Moscht holt. „Swabian Madness isch dr' Lifestyle“ (Track Magermilch) der vier Driabl von dr' Alb - was hinter der Kombi aus HipHop-Oldschool-Flavour und der Schwäbsich-Liebe steckt, erzählt das Gässlesrap- Kollektiv im Interview.

Wer von dr' Alb ra kommt, dem wird beim Hören der Gässlesrap-Tracks automatisch ein gewisses Nostalgiegefühl einverleibt. Egal ob Hefewoiza-Eskalation oder Bauwaga-Feschtle - die Tracks der Rap-Crew gehen sofort ins Landherz. Lines wie „Die Halbe läuft durch wie Wasser“ (Track Hildegard) oder „vil zu vil Moscht-Überbleibsel im Urin“ (Track Viva la Gass) bringen die ein oder andere Erinnerung (gewollt oder nicht) wieder ins Gedächtnis. Das Lebensgefühl, das das Kollektiv mit ihrer Musik verbreitet, hängt unweigerlich mit dem schwäbischen Dialekt zusammen. Das Gesagte wirkt nahbarer und völlig unverblümt - ganz klar eine große Stärke ihrer Kunst. Auf geniale Art und Weise verbindet das Kollektiv den phonetischen Reichtum des Schwäbischen mit Oldschool-HipHop-Beats und formt daraus feinste Rap-Tracks.


Der gemeinsame Nenner: Rap

Zum Kollektiv gehören die Rapper Dr' Baba (Hannes), Goissa Charlie (Nick), Fuadi (Felix) und Maxcarpone (Max). Bereits vor 10 Jahren hat sich die Freundesgruppe über das Skaten kennengelernt und schließlich einen weiteren gemeinsamen Nenner gefunden: die Rap-Musik.

Die ersten Lines und Tracks entstanden vor circa sieben Jahren eher aus Spaß und ohne die Absicht die Aufnahmen jemals zu veröffentlichen. Denn „in erster Linie haben wir die Musik für uns gemacht“, so Hannes. Die Beats liefert Max, der das Sound- und Technikgenie des Camps ist. Außerdem steht er hinter dem Label Wax Cats Records, unter dem auch das Gässlesrap-Kollektiv ihre Musik publiziert.


Zwischen Kritik, Satire und der Liebe fürs schwäbische Lebensgefühl

„Der Großteil der Leute auf dem Land ist sehr konservativ, deshalb sind wir auch oft angeeckt“, erklärt Hannes, darum versuchen sie in ihren Texten auch Kritik zu üben - verpackt wird die Thematik dann meist mit Satire und einer großen Ladung Ironie. Neben ihrem hohen musikalischen Anspruch betont Hannes ein entscheidendes Stilmittel: „nicht alles so bierernst nehmen.“ Und so produzieren die vier Crew-Mitglieder ohne viel Tamtam wunderbaren Rap, der die schwäbische Kultur neu interpretiert und ganz viel Ästhetik und Authentizität in sich trägt. Das schwäbische Lebensgefühl bedeutet „auf eine sympathische Art und Weise weltfremd zu sein“, so Nick aber auch „genug Arbeit und ganz viel genießen“, fügt Felix hinzu. Diese Sichtweisen über den gewissen Alb-Vibe lassen die Gässlesrap-Boys auch in die Musik einfließen, die in ihrer eigenen Bauwagen-Ära noch nicht in dieser Form existiert hat, was sie ein wenig bedauern.

„Und plötzliche standen da 500 Menschen vor der Bühne“ (Felix)

Trotz Corona-Durststrecke wuchsen mit der Zeit die Streamingzahlen als auch die Fanbase. Egal, ob im Tübinger Herrenclub, im Schlachthaus, bei Clubkonzerten wie in der Schräglage in Stuttgart oder auf dem Ract!festival in Tübingen - das Gässlesrap-Kollektiv überzeugt bei jedem einzelnen Live-Auftritt.

„Wir machen Rap auf schwäbisch wieder fähig fürn Salon.“ (Track Viva La Gass)

„Der Blick von der Bühne ins Publikum verändert sich. In den ersten zwei Reihen waren sonst immer unsere Freunde, die dementsprechend textsicher waren - mittlerweile stehen da auch Menschen, die wir gar nicht kennen“, so Hannes. Die Kunst des Kollektivs wird zunehmend sichtbarer und der Erfolg durch die vielen Konzertanfragen deutlich realer, doch Nick stellt schmunzelnd fest: „Es ist irgendwie immer noch wie ein Gag, aber eben auf professioneller Ebene.“


Eine Hommage

Obwohl die drei Rapper mittlerweile weggezogen sind und sich nun auch in Großstädten zuhause fühlen, bleiben sie auf der schwäbischen Alb verankert, wo sie Freunde und Familie besuchen und sich in ihrem Musikstudio im Lautertal treffen, um an neuen Releases zu arbeiten.

Viele ihrer Texte sind eine Art Hommage an die vergangene Jugendzeit im Dorf. Dabei spielen sie viel mit Klischees und überzeichnen die ein oder andere Schwaben-Marotte: „Wir machen uns über das Traditionelle lustig, ohne es auszulachen“, so Nick. Dabei wird auch mal die ein oder andere klassisch schwäbische Kirchengepflogenheit aufs Korn genommen.

Und auch, wenn die meisten Kollektivmitglieder nicht mehr auf dem Land wohnen, bleibt die Alb immer Dreh- und Angelpunkt ihrer musikalischen Karriere. Denn eines ist sicher:

„Ma kriegt da Bua ausm Gässle aber s' Gässle niemols ausm Bua“ (Track Doobios).


Auf viele weitere brachiale und o’verschämte Tracks ausm Gässlesrap-Camp - Cheers!


Hier könnt ihr das Gässlesrap-Kollektiv in nächster Zeit live erleben:

Freitag, 14.07.23

22.40h

Alter Botanischer Garten, Am Stadtgraben 2, Tübingen

Freier Eintritt

Freitag, 21.07.23

20h, Einlass 19h

Markgrafenhof Backnang

Erwachsene 13€ | Schüler:innen / Studierende 7€


Samstag, 29.7.23

00.10 - 2h

Mössingen | Jakob-Stotz-Platz

Freier Eintritt


Freitag, 25.8.23

21h

Meidelstetten, auf der Staig

Freier Eintritt


Spotify: click

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Facebook: click

Fotos:

Fabian Freitag @swabianmadness


Autorin: Vicky





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